«Das Finale bekommt mit dem Freitagabend eine ganz neue Dynamik»

Marian Märki09-17-20263 min. Lesedauer

Diese Woche steht ein besonderes Highlight im Moods-Kalender an: das ZKB Jazzpreis Festival. Am Sonntag beginnt die 24. Ausgabe des höchstdotierten Jazznachwuchspreises der Schweiz. Wie die Auswahl funktioniert und was es für Neuerungen gibt, erzählt unsere Bookerin Bigi im Interview.

Das ZKB Jazzpreis Festival ist ein sechstägiges Event voller Musik und Talent, bei dem sich sechs nominierte Bands vor einer Jury aus nationalen und internationalen Expert*innen und einem breiten Publikum zu präsentieren und um das Preisgeld von 15'000 Franken spielen.Das Festival ist nicht nur für die nominierte Bands etwas Besonderes, sondern auch für das Moods-Team. Verantwortlich dafür ist unter anderem unsere Bookerin Brigitta Grimm. Auf was du dich freuen kannst, was es für Neuerung gibt und was sonst noch spannend ist, erzählt sie dir im Interview.Bigi, die nominierten Bands sind bekannt. Worauf dürfen sich Jazzfans dieses Jahr besonders freuen?Auf eine wie gewohnt starke Ausgabe. Die sechs ausgewählten Formationen zeigen sehr eindrücklich, wie vielfältig die junge Schweizer Jazzszene heute klingt. Von grossen Ensemble-Ansätzen über elektronische Einflüsse bis zu überraschenden kammermusikalischen Farben ist alles dabei. Genau diese stilistische Offenheit macht den ZKB Jazzpreis aus meiner Sicht so spannend.Du warst Teil des Gremiums, welches die Band-Auswahl getroffen hat. Auf was habt ihr ein Augenmerk gelegt?Das lässt sich nicht ganz einfach beantworten. Wir versuchen, die aktuelle junge Szene von der West- bis in die Ostschweiz in ihrer ganzen Bandbreite abzudecken. In erster Linie suchen wir Musik, die uns in irgendeiner Weise bewegt, und die uns frisch und innovativ erscheint. In allen sechs nominierten Bands sehen wir das Potential, sich auf nationalen und internationalen Bühnen zu etablieren.Bei der Auswahl der Jury, die auch in diesem Jahr wieder hochkarätig besetzt ist, warst du federführend. Was gilt es da zu beachten?Uns ist Vielfalt wichtig. Wir haben darum, wie auch bereits in den Vorjahren, Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Bereichen eingeladen: aktive Musikerinnen, internationale Expertinnen, Medienvertreter und eine Publikumsstimme. So entstehen spannende Diskussionen und unterschiedliche Blickwinkel auf die MusikDas Festival versteht sich seit jeher als Plattform für den Nachwuchs. Spürt man diesen Anspruch auch 2026?Absolut. Es geht längst nicht nur darum, die beste Band zu küren. Viele frühere Teilnehmer*innen sind heute feste Grössen der Schweizer Szene. Wir wollen jungen Musiker*innen eine Bühne bieten, auf der sie ihre künstlerische Identität zeigen und gleichzeitig wichtige Erfahrungen sammeln können.Eine Neuerung fällt erst auf den zweiten Blick auf: Das Finale findet diesmal nicht am Donnerstag statt.Ja, das ist tatsächlich eine Veränderung. Dieses Jahr rückt der grosse Abschluss auf den Freitag. Wir wollten das dieses Jahr mal ausprobieren, denn ein Freitagabend bringt eine ganz andere Energie mit sich. Aus unserer Sicht gibt es dem Finale noch stärker den Charakter eines Festivalhöhepunkts und macht es für viele Besucherinnen und Besucher einfacher, den Abend ohne Blick auf die Uhr geniessen zu können.Was verspricht man sich davon?Wir erwarten eine besondere Atmosphäre. Ein Freitagabend bringt ein anderes Publikum und eine andere Energie mit sich. Das Finale wird dadurch noch mehr zum Treffpunkt für die gesamte Szene. Die beiden Finalbands können sich auf einen Rahmen freuen, der dem Stellenwert des Wettbewerbs gerecht wird.Gibt es einen Moment im Festival, den man auf keinen Fall verpassen sollte?Für mich ist es schwierig, einen spezifischen Moment herauszupicken. Natürlich freue ich mich auf das Finale. Auch die traditionellen Jurykonzerte, die dieses Jahr am Donnerstag stattfinden, sind etwas Spezielles. Aber ehrlich gesagt entstehen die magischsten Momente oft schon in den Vorrunden. Dort entdeckt man Bands, von denen man vielleicht noch nie gehört hat und die einen plötzlich komplett umhauen. Genau diese Überraschungen machen den Reiz des ZKB Jazzpreis Festivals aus.

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