Carte Blanche: Luca Pilu Koch & Marina Mello

Brigitta Grimm10-17-20263 min. Lesedauer

An zwei Tagen spannen die Harfenistin Marina Mello und Sänger*in Luca Pilu Koch zusammen und präsentieren ein Festival für Wort und Ton. In diesem Interview erzählt Luca Pilu Koch, wie es zu dieser Kollaboration kam, was die «worlbuzzpoems» überhaupt sind und worauf das Publikum gespannt sein kann.

Wie haben euch eure Wege zueinander geführt?
Marinas und meine Wege kreuzen sich immer wieder. Ob in der Freien Musikszene Zürichs oder wenn es sich um freiwerdende WG-Zimmer handelt. Einige wenige Male haben wir zusammengespielt, und genauso oft waren wir kurz davor zusammenzuziehen. Deshalb überrascht es wenig, wurden wir gleichzeitig Carte-Blanche Artists! Man mag an Schicksal glauben, oder nicht! Wir haben dieses Gefüge nun zum Anlass genommen, unsere Zusammenarbeit zu vertiefen.
Wie würdet ihr eure künstlerische Arbeit beschreiben? Was macht sie aus? Wo überschneidet sie sich vielleicht – und was unterscheidet euch?
Klang und Improvisation stehen an erster Stelle für uns beide, weiter haben wir im Austausch herausgefunden, dass uns Texte sehr beschäftigen. Marina schreibt auf brasilianisches Portugiesisch, ich auf Deutsch und English. So lag es auf der Hand, dass wir ein zweitägiges Festival kuratieren wollten, in dem Wort in Sound und Sound in Wort übergehen. Ausserdem haben wir ein sehr ähnliches Gespür dafür, wie dicht oder licht die Musik sein soll, die wir kreieren.
Was fasziniert euch an euren Instrumenten/Medien? Was fasziniert euch am Medium des*der anderen?
Marina und ich können uns noch sehr gut an unseren ersten gemeinsamen Abend im WIM (Werkstatt für improvisierte Musik) erinnern, an dem wir beide auf der Bühne standen und es sofort geklickt hat. Sie erzählte mir, dass sie von meiner Präsenz und meiner stimmlichen Spielfreude überzeugt war, und ich war ebenfalls schwer beeindruckt von Marinas Repertoire auf der Harfe. Sie schafft es, ihrem Instrument, dass sinnbildlich für alles Schöne steht, so viel Tiefgang und Dunkelheit zu verleihen. Ein Kombination, die mich sehr anzieht!
Worauf freut ihr euch besonders?
Für uns beide und alle Beteiligten werden die beiden Moods-Abende eine Überraschung, denn die Ensembles, die wir zusammengestellt haben, treffen dann zum ersten Mal aufeinander. Wir haben einen Fahrplan für die Abende, aber welche Umwege und Abkürzungen wir nehmen, zeigt sich erst im Zusammenspiel.
Welche Überlegungen standen hinter dem Programm?
Ich finde mich immer wieder in der Situation wieder, dass sich mein Rundherum wie ein Beben oder Brodeln anfühlt. Eine Überwältigung durch die aktuelle Weltlage – als sässe man in einem Dampfkochtopf und hoffe darauf, dass niemand den Deckel anhebe!
Diesen Gefühlen möchten wir Platz geben; also Druck ablassen, bevor es knallt. Ausgangslage für die Stücke der Abende sind meine «worlbuzzpoems», also Gedichte, die das grosse Brummen einfangen sollen. Diese Gedichte sollen die Musik jedoch nicht diktieren, sondern nur anschieben.Ihr habt Gastmusiker*innen eingeladen: Warum habt ihr diese ausgewählt?
Die Auswahl fiel uns tatsächlich sehr leicht. Wir nutzten die Gelegenheit, um Musiker*innen einzuladen, die wir bewundern. Trotzdem haben wir auch darauf geachtet, dass sie sich untereinander nicht fremd sind. So sind die Weichen von Anfang an so gestellt, dass wir klanglich miteinander verschmelzen können. Jede*r Musiker*in bringt eine ganz persönliche Sprache mit, die Marinas Harfespiel und meinen Gesang sehr gut ergänzen.
Was möchtet ihr dem Publikum für diese Abende mit auf den Weg geben?
Wir glauben fest daran, dass das gemeinsame Musikerlebnis reinigend wirken kann. Gemeinsam Emotionen durcharbeiten, sich Neuem stellen, überfordert sein und sich mittragen lassen. Die Abende sind eine Einladung zu all dem – für jede*r so viel und tief wie nötig und möglich!
Wer gleich beide worlbuzzpoems-Abende besuchen möchte, holt sich am besten das 2-Tages-Ticket unter folgendem Link.

worldbuzzpoems im Moods

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