30 Jahre KulturLegi Zürich: die (Erfolgs)Geschichte dahinter

KulturLegi05-07-20262 min. Lesedauer

In gut einem Monat wird im Moods ein Geburtstag gefeiert, der uns besonders am Herzen liegt: jener der KulturLegi. Doch was steckt dahinter und wie wurde aus einer Zürcher Idee eine nationale Erfolgsgeschichte? Wir erzählen es dir.

Was 1996 als kleine Idee in Zürich begann, ist heute ein schweizweites Erfolgsmodell für soziale Teilhabe: die KulturLegi. Initiiert von der IG Sozialhilfe Zürich und ausgezeichnet mit dem Sozialpreis der Stadt, wurde sie zunächst direkt über Sozialzentren an Menschen mit geringem Einkommen abgegeben. Früh war auch Caritas Zürich beteiligt – eine Partnerschaft, die die Entwicklung entscheidend prägen sollte.Mit der Lancierung in Winterthur 2003 und der Ausweitung nach Bern 2005 begann das Wachstum über die Stadtgrenzen hinaus. 2007 übernahm Caritas Zürich die Trägerschaft vollständig und trieb die Ausweitung im gesamten Kanton voran. Nur ein Jahr später folgte der nächste grosse Schritt: die Gründung von KulturLegi Schweiz. Das Ziel war klar – soziale Teilhabe sollte nicht vom Wohnort abhängen.Ein einheitliches Erscheinungsbild und eine gemeinsame Plattform ab 2009 stärkten die Wiedererkennbarkeit. Ab 2010 galt die KulturLegi schweizweit: Wer sie besass, konnte Angebote über Regionsgrenzen hinweg vergünstigt nutzen. Kooperationen mit grossen Partnern wie der Klubschule Migros machten das Angebot zusätzlich attraktiv – eine klassische Win-win-Situation zwischen sozialen Anliegen und breiter Zugänglichkeit.Parallel dazu professionalisierte sich das Netzwerk stetig. Einheitliche Qualitätsstandards, digitale Datenbanken und ein wachsendes Partnernetzwerk sorgten für Stabilität und Skalierbarkeit. Die Zahlen sprechen für sich: von wenigen hundert Karten auf 45’000 Nutzende allein im Kanton Zürich. Gleichzeitig wuchs die Zahl der Partnergemeinden und Angebote kontinuierlich. Heute engagieren sich 1'400 Partner im Kanton Zürich mit der KulturLegi und ermöglichen so ermässigten Zugang zu ihren Angeboten.Doch die KulturLegi ist mehr als ein Rabattinstrument. Sie entwickelte sich zu einem Türöffner für gesellschaftliche Teilhabe. Initiativen wie der Stadtführer «Zürich unbezahlbar», Beratungsangebote oder die Weihnachtswunschaktion für Kinder zeigen, wie breit das Engagement geworden ist. Besonders sichtbar wurde dies in Krisenzeiten: Während der Corona-Pandemie verlagerte sich der Fokus teilweise auf direkte Unterstützung, etwa durch Gutscheine oder digitale Zugänge.Auch gesellschaftliche Entwicklungen griff die KulturLegi früh auf. Der digitale Wandel rückte verstärkt in den Fokus: Projekte zur «Digitalen Teilhabe für alle» ermöglichen Menschen mit kleinem Budget Zugang zu Geräten und damit zu Bildung, Information und sozialem Leben.In den letzten Jahren wurde die KulturLegi zunehmend digital: Neben der klassischen Karte steht heute eine digitale Version zur Verfügung, die bereits von einem grossen Teil der Nutzenden verwendet wird. Gleichzeitig bleibt die physische Präsenz wichtig – etwa durch den neuen Standort des KulturLegi-Büros, der soziale Dienstleistungen, Beratung und günstiges Einkaufen verbindet.Heute, rund 30 Jahre nach ihrer Entstehung, ist die KulturLegi ein schweizweit etabliertes Instrument gegen soziale Ausgrenzung. Sie steht für die Überzeugung, dass Kultur, Bildung, Sport und gesellschaftliche Teilhabe keine Frage des Einkommens sein dürfen. Mit einem stetig wachsenden Netzwerk, innovativen Projekten und breiter politischer Unterstützung bleibt sie auch in Zukunft ein zentraler Baustein für mehr Chancengleichheit in der Schweiz.

Das KulturLegi-Jubiläum im Moods

    • 30 Jahre KulturLegi Zürich – Jubiläumsfest

      Pop / Rock / Singer / SongwriterPopIndieRock